Bei dem hügeligen Waldgebiet genannt Elm, im Dorf Kneitlingen im Sachsenland, wurde Eulenspiegel geboren.

Sein Vater hieß Claus Eulenspiegel, seine Mutter Ann Wibcken. Nachdem sich diese von der Geburt des Kindes erholt hatte, brachte man es nach Ampleben zur Taufe und gab ihm den Namen Till Eulenspiegel. Till von Uetzen, der Burgherr von Ampleben, war sein Taufpate. (Ampleben ist das Schloss, das die Magdeburger vor etwa 50 Jahren mit Hilfe anderer Städte als ein böses Raubschloss zerstörten. Die Kirche und das Dorf daneben besitzt jetzt der würdige Abt von Sankt Ägidien, Arnold Pfaffenmeier.) Als nun Eulenspiegel getauft und man zusammen mit ihm wieder auf dem Rückweg nach Kneitlingen war, da wollte die Taufpatin, die das Kind trug, über einen Steg gehen, der zwischen Kneitlingen und Ampleben über einen Bach führt.Man hatte aber viel Bier nach der Kindtaufe getrunken. (Denn es ist dort Sitte, dass man mit den Kindern nach der Taufe ins Bierhaus geht, um auf deren Wohl zu trinken und fröhlich zu sein; das bezahlt dann der Vater des Kindes.)
Beim hastigen Überqueren des Baches fiel aber die Taufpatin vom Steg hinunter in die Lache und beschmutzte sich und das Kind so jämmerlich, dass das Kind dabei fast erstickt wäre. Da halfen die anderen Frauen der Badetante mit dem Kind wieder heraus, gingen heim in ihr Dorf und wuschen das Kind in einem Kessel und machten es wieder sauber und schön.
So wurde Eulenspiegel an einem Tag dreimal getauft: einmal im Taufbecken, einmal in der Lache und einmal im Waschkessel mit warmem Wasser.

  

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