Des Menschen generelle Inbild in der von der Geistseele abgeschotteten Ich-Welt der Moderne.

Des Menschen generelle Inbild in der von der Geistseele abgeschotteten Ich-Welt der Moderne.

Des Menschen generelle Inbild in der von der Geistseele abgeschotteten Ich-Welt der Moderne.

6. Kapitel, zweiter Teil:
Aber es hatte einmal eine Zeit gegeben, da war er nur ein sparsamer Gutsbesitzer: er war verheiratet gewesen und hatte eine Familie gehabt, sein Nachbar pflegte ihn zu besuchen und reichlich zu essen zu bekommen, hörte auf ihn und lernte bei ihm das Wirtschaften und die kluge Sparsamkeit. Alles war lebensvoll verlaufen und hatte einen geregelten Ablauf gehabt. Überall hatte der sorgsame Blick des Hausherrn allem gegolten. In seinen Augen war Verstand zu sehen gewesen, seine Rede war von Erfahrung und Weltkenntnis durchdrungen, die freundliche und unterhaltsame Hausfrau hatte sich durch ihre Gastfreiheit einen guten Ruf erworben, den Gästen waren zwei hübsche Töchter entgegengekommen; der Sohn, war hinterhergerannt und hatte jeden geküßt. Alle Fenster des Hauses waren offen gewesen, das Entresol hatte als Wohnung für den Französischlehrer gedient. Im Entresol hatte auch seine Landsmännin ihre Wohnung, die Lehrerin der beiden jungen Mädchen. Doch die gute Hausfrau war gestorben, ein Teil der Schlüssel und damit ein Teil der kleinen Sorgen war auf ihn übergegangen. Pljuschkin war unruhiger geworden und wie alle Witwer mißtrauischer und geiziger. Auf die ältere Tochter konnte er sich nicht voll verlassen. Sie heiratete bald einen Stabsrittmeister irgendwo in einer Dorfkirche, denn sie wußte, daß ihr Vater Militärpersonen nicht schätzte, als wären sie alle Kartenspieler und Verschwender. Der Vater sandte ihr seine Verwünschungen nach. Im Hause wurde es noch leerer. Bei seinem Besitzer trat sein Geiz mehr und mehr in den Vordergrund; der Französischlehrer wurde entlassen; die Madame wurde fortgejagt. Der Sohn, der in die Stadt geschickt worden war, um den nach Ansicht des Vaters wesentlichen Dienst beim Gericht kennenzulernen, hatte sich stattdessen zum Militär begeben und den Vater um Geld für die Uniform gebeten, worauf ihm sein Vater daraufhin, wie man das so nennt, „etwas hustete“. Schließlich war die jüngste Tochter, die mit ihm zu Hause geblieben war, gestorben, und der alte Mann war auf einmal der alleinige Besitzer, Hüter und Wächter seiner Reichtümer. Das einsame Leben bot seinem Geiz reichliche Nahrung, denn bekanntlich hat dieser einen Wolfshunger und frißt umso mehr, je satter er wird; die menschlichen Gefühle schwanden von Minute zu Minute. Jahr für Jahr entschwanden seinem Blick mehr und mehr die wichtigen Teilbereiche seines Gutes; immer bockbeiniger ging er mit den Aufkäufern um, und schließlich verwarfen sie ihn ganz und sagten, das ist ein Teufel und kein Mensch. Heu und Getreide verfaulten, das Mehl in den Kellern verwandelte sich in Stein, die Tuche, Leinwandballen und die anderen zu Hause gefertigten Stoffe durfte man nicht zu berühren wagen, sie verwandelten sich in Staub. Dabei gingen die Ablieferungen in seinem Gut in alter Weise weiter.
Solch eine Art von Gutsbesitzer stand also vor Tschitschikow!

 

 

 

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