Die geistig-psychologische Krise Europas.

Die geistig-psychologische Krise Europas.

Keith Critchlow, britischer Gelehrter und Kenner islamischer Kunst und asiatischer Kulturen, und selbst ein Künstler und Bildhauer, wurde einst von buddhistischen Mönchen der Auftrag gegeben, eine Buddha-Figur zu bilden.
Nachdem Critchlow eine Zeit daran gearbeitet hatte – er war noch nicht ganz fertig damit -,
  kamen die Mönche vorbei, um zu sehen, wie weit er mit der Arbeit vorangekommen war. Dabei stellten sie fest, dass er viel Aufmerksamkeit auf die Ausführung der Buddha-Gestalt selbst gelegt hatte, nicht aber so viel auf die die Figur umgebende Aura. Doch Mönche, genau auf diese weisend, sprachen zu ihm: „DAS ist Buddha, nicht die von der Aura erzeugende Verkörperlichung Buddhas.“ Belehrt von den Mönchen, dass die Aura das Primäre und der von ihre erschaffende und erhaltende Körper das Sekundäre ist, konnte Critchlow ihren Auftrag erfolgreich vollenden.
Dr. C.G. Jung unterschied in Hinsicht auf die Psyche beim christlichen Abendländer zwischen der Persönlichkeit Nr. 1 und der Persönlichkeit Nr. 2. Die letztere ist beim Europäer die Bestimmende, zu der aber die Persönlichkeit Nr. 1 mit dem Rücken steht („Rückständigkeit“), und sich deshalb dessen unbewusst ist, was jene mit ihm, dem Ich, treibt. An dieser Asymmetrie erkannte Dr. Jung die Ursache der Problematik und die Krise der europäischen, sich global ausbreitenden Entwicklung.

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