Das Gleichnis der Syzygie.

Das Gleichnis der Syzygie.

Gleichnis der Syzygie
Sieh jene Kraniche in großem Bogen fliegen!
Die Wolken, welche ihnen beigegeben,
Sie zogen schon, als jene von dem Meer abhoben
Von einem Leben sich ins neu gewandelte erhoben.
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile
Gleiten beide daneben als auch gemeinsam.
Dass also keines länger hier verweile
Und keines andres sehe als das Wiegen
Des andern in dem Wind, den beide spüren
Die jetzt im Fluge beieinander liegen
So mag der Wind sie in sein Reich hinführen
Wo sie sich bleiben und nicht vergehen
So kann sie beide nichts berühren
Mag man sie auch von jedem Ort vertreiben
Wo Regen drohen oder Schüsse schallen.
So unter Sonn und Monds verschiedenen Scheiben
Fliegen sie im Wind dahin, einander beigegeben.
Wohin, ihr? – Wo immer uns der Wind wird tragen.
Von wem fliegt ihr davon? – Von niemandem und keinem.
Ihr fragt, wie lange sind sie schon zusammen?
Seit Ewigkeiten. – Und wann trennen sie sich? – In Ewigkeiten.
So ist die Liebe den Liebenden ein Halt.

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