Dr, Daniele Ganser, Historiker und Friedensforscher

Dr, Daniele Ganser, Historiker und Friedensforscher

Dr. Daniele Ganser, Historiker und Friedensforscher, Swiss Institute for Peace und Energy Research. www.siper.ch

(Mein Auszug aus dem Gespräch mit KenFM.de.) Wikipedia (WP) gibt es seit etwa 2001. Dort kann man sehen, dass es verschiedene Artikel gibt. Wenn man, z.B., nicht weiß, wo Paris liegt, kann man auf WP gehen und sehen: Paris liegt in Frankreich. Da ist WP unbestritten. – In sie reicht auch die Kriegspropaganda hinein. Man sieht das am besten an den Terroranschlägen im Jahre 2001. Darüber tobt ein sogenannter „edit-war“: ein Kampf verschiedener Autoren, die in WP reinschreiben wollen. Doch die verschiedenen Hierarchien in WP entscheiden, was da aufgepostet wird und was wieder rauskommt. Diese WP Hierarchie ist ein Machtstruktur, die einer Pyramide gleicht: unten sind die normalen User bei WP, etwa 90%, die z.B. wissen wollen, wo Paris liegt.

Dann gibt es eine andere Gruppe, die sich bei WP einen „account“ anlegen und dort zu verschiedenen Themen schreiben. Über dieser Gruppe gibt es die Sichter, Administratoren und Bürokraten. Dort oben wird entschieden, ob das von einem Autor Geschriebene ins WK hineinkommt oder nicht. Mein WP-Eintrag war am Anfang völlig normal, völlig sachlich. Dann habe ich mich kritisch bei 9/11 geäußert. Das war im Jahre 2006. Dann wurde mein WP-Eintrag sofort verunstaltet, weil der damalige amerikanische Präsident gesagt hatte: Wie er es sage, sei es die Wahrheit. Irgendwas anderes, würde Amerika nicht tolerieren. Wörtlich und übersetzt: „Lasst uns niemals unhaltbare Verschwörungstheorien tolerieren zu den Anschlägen vom 11. September. Es war Osama bin Laden, der ist in Afghanistan, und die 19 Terroristen um ihn haben den Anschlag durchgeführt.“ Das ist die Geschichte. Jetzt kommen höhere Rüstungsausgaben, Überwachung des Internets, Drohnenkrieg, Guatanamo. Der Krieg gegen Irak wurde vernetzt mit 9/11. Saddam Hussein spiele eine Rolle bei 9/11. Völliger Blödsinn! Drei Millionen Tote gab es im Irakkrieg. Da sieht man die verheerende Wirkung der Kriegspropaganda. Wenn die wissenschaftliche Friedensforschung die Kriegspropaganda aufdeckt, bzw. enttarnt, folgt dem ein „information war“. Wir befinden uns jetzt ganz explizit in einem Informationskrieg. Bei WP ist es so, dass, nachdem ich 9/11 kritisch hinterfragt habe, hat der amerikanische Botschafter in der Schweiz mich angegriffen und mir gesagt, ich sei ein Verschwörungstheoretiker. Dieser Ausdruck ist ein Kampfbegriff, ein Schwert, womit man in die Spinnerecke gestellt werden soll. Jeder, der sich auf die Seite eines vermeintlichen Verschwörungstheoretiker stellt, wird automatisch ebenfalls zu einem Spinner. LASSEN SIE SICH NICHT FÜR KRIEGE BEGEISTERN! 9/11 hat die deutsche Bundeswehr bis nach Afghanistan gebracht! Es passieren Dinge wie Guantanamo, da wurden Leute gefoltert mit „water boarding“. Gesagt wird, dass sei notwendig. Mit der Bezeichnung „Verschwörungstheoretiker“ sollte meine Reputation, meine Kredibilität zerstört werden, indem man mich damit an den Pranger stellte und an mir Rufmord begehen wollte. Ich wurde von Akteuren, die im Dunkeln agieren, angegriffen. Es geht wieder um semantisches Ringen. Wir ringen um Worte. Was sind denn Kriege heute? Sie gehen über das Wort. Der Kampf der Worte wird heute so geführt, dass man immer wieder Wege sucht und leider auch findet, um die Leute an der Heimatfront oder anderswo in den Krieg zu hetzen. Die einem Krieg vorausgehende Propaganda verläuft stets nach dem gleichen wirkungsvollen Schema: Die Vielfalt einer Landesbevölkerung wird auf zwei für den vorgesehenen Zweck geeignete Gruppen eingeteilt, wobei die eine als weiß, also als gut – das sind die „good boys“ – dargestellt wird, während die andere zur schwarzen, bösen – das sind dann die „bad boys“ – reduziert wird. Der guten Gruppe stellt sich dann die Aufgabe, die schwarze in einem vermeintlichen Verteidigungskrieg zu eliminieren. Der letztendliche Sieger ist der Manipulator dieses Vorgangs, und er kann, wenn er es wünscht, die vom Krieg geschwächte weiße Gruppe leicht beseitigen und sich zum alleinigen Herrscher des Landes erklären. Der „edit-war“ auf WP bezüglich meiner Person bedeutet: Ich bekomme ein Mail, in dem jemand sagt: „Ich habe Ihre Bücher gelesen, fand sie spannend, habe viel gelernt, vielen Dank; ich habe Ihre Vorträge gesehen, einige habe ich aufgezeichnet, – ich bitte um Entschuldigung, wenn ich direkt bin – dieser Eintrag von Ihnen ist miserabel.“ Nachdem ich gehäuft Mails dieser Art bekommen hatte, habe ich sie mir angeschaut und zu mir gesagt: „ Sie greifen mich an!“ Heute wird man auf WP diffamiert. Unser Friedensinstitut macht alles transparent, die andern nicht, sie machen alles anonym. Mein Assistent trug in WP ein: Dr. Ganser untersucht die Terroranschläge vom Jahre 2001 kritisch. Als der Assistent das gemacht hatte, wurde das gesperrt und es kam nicht durch. – Wer ist denn das, der uns sperrt? Wer entscheidet das? Die andere Seite kämpft nicht mit offenem Visier. Wir wussten nicht, wer uns sperrt. Wir wussten den Klarnamen nicht, wir hatten kein Foto. Ich habe mich dann wirklich ohnmächtig gefühlt. Der Krieg der Worte wird auf WP als verdeckte Kriegsform geführt. Jemand schreibt meine Biographie, ohne dass ich weiß, wer das ist, und der schreibt sie schlecht, greift mich an und prangert mich an. Auf WP kann man sich nicht verteidigen. – Nicht das Beste setzt sich auf WP durch, sondern das, was von der WP-Machthierarchie freigeschaltet wird. Wenn Einseitigkeit auf WP verbreitet wird, dann ist es im öffentlichen Interesse zu wissen, wer das ist. Nicht nur WP sind in 9/11 einseitig engagiert, sondern auch die NYT, Spiegel, NZZ, und viele andere Medien jeglicher Art und Form.

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