„AMOR FATI.“ — Friedrich Nietzsche

„AMOR FATI.“ — Friedrich Nietzsche

„AMOR FATI.“ — Friedrich Nietzsche

Ein paar Jahre nach dem Krieg hielt auf der Straße neben unserer Schule ein riesiger Wagen mit mehreren zivilen Amerikanern an. Es muss wohl gerade Pause gewesen sein, denn sie fragten uns, ob dies eine Schule sei, was wir bejahten. Sie wollten sich die Schule anschauen, die Unterrichtsarbeit an ihr und die Materialien kennenlernen. Doch da alle frühere Unterrichtsrealien, wie großformatige Landkarten, Lehrbücher und Atlanten beschlagnahmt worden waren, waren diese noch nicht vollständig von neuen ersetzt worden. Wir hatten nichts außer ein paar Lehrbüchern und Texten. Darunter befand sich auch ein Lesebuch, welches mir im Gedächtnis immer wertvoller wird, da ich viele meiner Weisheiten daraus geschöpft habe. Das meiste an Unterrichtsmaterial mussten wir aber selbst anfertigen, wie z.B. geographische Blätter für die fehlenden Atlanten. Die unerwarteten Besucher schauten sich alles an, was ihnen der Direktor zeigte, auch meine geographischen Arbeiten, die ich mit bunten Tuschen, Liebe und Akribie angefertigt hatte. Das war der Ursprung meiner Liebe zur abstrakten Kunst, denn was ich tat, war nichts anderes als das, geschaut von oben, vom Himmel sozusagen, auf die Erde, die ganze Welt, die auf meinen Zeichnungen abstrahiert, spiritualisiert erschien. Das waren meine spirituellen Exerzitien!
Nachdem die Besucher sich alles angeschaut hatten, schenkten sie dem Direktor $100, womit wir uns einen einwöchigen Aufenthalt in der Jugendherberge Goslar leisten konnten.

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